DAX – Deutscher Aktienindex

DAX ist die Abkürzung für Deutscher Aktienindex und repräsentiert den wichtigsten deutschen Aktienindex. Dadurch ist der DAX eine der Kennziffern, die über die Entwicklung und den Stand der deutschen Aktienkurse der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse Auskunft gibt. Damit ist der DAX der Leitindex für den deutschen Aktienmarkt.

Wie schon erwähnt, umfasst der DAX die 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Die Aufnahme für ein Unternehmen ist somit hoch angesetzt. So muss es im Prime Standard gelistet sein, fortlaufend in Xetra gehandelt werden und mindestens einen Streubesitz von 5 % aufweisen. Da DAX deutscher Aktienindex heißt, ist zudem klar, dass das Unternehmen einen Sitz oder den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Deutschland haben muss. Dies sind aber lediglich die Grundvoraussetzung für die Aufnahme in den DAX. Zusätzlich müssen nämlich folgende zwei Merkmale weiter erfüllt werden.

  • Orderbuchumsatz in Xetra und im Frankfurter Parketthandel
  • Streubesitz-Marktkapitalisierung (Freefloat-Marktkapitalisierung)

Für eine Anpassung des DAX wurden vier Regeln definiert:

  • Fast-Exit (45/45): Unternehmensausschluss wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört
  • Fast-Entry (25/25): Unternehmensaufnahme bei einer Erfüllung beider Kriterien und der damitigen Zugehörigkeit der 25 größten Unternehmen
  • Regular-Exit (40/40): Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehört.
  • Regular-Entry (30/30):Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt sofern ein Index-Wert existiert

Folgende 30 Unternehmen, mit Stand vom 20. Juni 2008, sind im Deutschen Aktienindex (DAX) vertreten. Mit angegeben wird die Gewichtung im DAX. Die Liste ist alphabetisch geordnet.

  • adidas AG (1,38 %)
  • Allianz SE (8,46 %)
  • BASF SE (6,83 %)
  • Bayer AG (6,22 %)
  • BMW AG St (1,67 %)
  • Commerzbank AG (1,83 %)
  • Continental AG (1,63 %)
  • Daimler AG (6,36)
  • Deutsche Bank AG (5,00 %)
  • Deutsche Börse AG (2,44 %)
  • Deutsche Lufthansa AG (1,08 %)
  • Deutsche Post AG (2,39 %)
  • Deutsche Postbank AG (0,76 %)
  • Deutsche Telekom AG (4,80 %)
  • E.ON AG (10,00 %)
  • Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA St (1,03 %)
  • Henkel KGaA Vz (0,77 %)
  • Hypo Real Estate Holding AG (0,68 %)
  • Infineon Technologies AG (0,77 %)
  • Linde AG (2,11 %)
  • MAN AG St (1,25 %)
  • Merck KGaA (0,93 %)
  • METRO AG St (0,77 %)
  • Münchener Rück AG (3,94%)
  • RWE AG St (5,24 %)
  • SAP AG (4,74 %)
  • Siemens AG (10,00 %)
  • ThyssenKrupp AG (2,32 %)
  • TUI AG (0,39 %)
  • Volkswagen AG St (4,22 %)

Bei seiner Einführung am 1. Juli 1988 umfasste der DAX folgende Werte: Allianz, BASF, Bayer, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, Bayerische Vereinsbank, BMW, Commerzbank, Continental, Daimler-Benz, Degussa, Deutsche Bank, Deutsche Babcock, Deutsche Lufthansa, Dresdner Bank, Feldmühle Nobel, Henkel, Hoechst, Karstadt, Kaufhof, Linde, MAN, Mannesmann, Nixdorf, RWE, Schering, Siemens, Thyssen, Veba, Viag, Volkswagen.

Anbei eine Zusammensetzungshistorie von wikipedia.de, die schön die Flukationen der Unternehmen im DAX ab dem Jahr 1990 verdeutlicht. Zu erkennen ist, das lediglich die Continental AG am 22. September 2003 den Wiedereinstieg in den DAX schaffte, nachdem dieses „Gründungsmitglied“ seinen Platz im Jahre 1996 an die Münchener Rück AG verloren hatte. Dies gelang bisher sonst noch keinem anderen Unternehmen.



Datum ausgeschieden aufgenommen Ursache
03.09.1990 Feldmühle Nobel Metallgesellschaft Übernahme von Feldmühle Nobel durch Stora Enso
Nixdorf Computer AG Preussag Nixdorf geht in Siemens-Nixdorf auf
18.09.1995 Deutsche Babcock SAP Höhere Marktkapitalisierung von SAP
22.07.1996 Kaufhof METRO Zusammenschluss von Kaufhof und Metro Cash & Carry
23.09.1996 Continental Münchener Rück  
18.11.1996 Metallgesellschaft Deutsche Telekom Börsengang der Telekom
22.06.1998 Bayerische Hypotheken-
und Wechselbank
adidas Zusammenschluss von Vereinsbank und Hypobank zur HypoVereinsbank
Bayerische Vereinsbank HypoVereinsbank
21.12.1998 Daimler-Benz Daimler Zusammenschluss von Daimler-Benz mit Chrysler zur DaimlerChrysler AG (nach dem Verkauf von Chrysler 2007 umbenannt in Daimler AG)
22.03.1999 Degussa Degussa-Hüls Verschmelzung der Degussa AG auf die Hüls AG und Umbenennung in Degussa-Hüls AG
25.03.1999 Thyssen ThyssenKrupp Zusammenschluss von Thyssen und Krupp
20.09.1999 Hoechst Fresenius Medical Care Zusammenschluss von Hoechst und Rhône-Poulenc zu Aventis
14.02.2000 Mannesmann Epcos Übernahme von Mannesmann durch Vodafone
19.06.2000 Veba E.ON Zusammenschluss von Veba und Viag zu E.ON
VIAG Infineon
18.12.2000 Degussa-Hüls Degussa Verschmelzung der Degussa-Hüls AG und der SKW Trostberg AG auf die neue Degussa AG
19.03.2001 KarstadtQuelle Deutsche Post Börsengang der Deutschen Post
23.07.2001 Dresdner Bank MLP Vz. Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz
23.09.2002 Degussa Altana Zu geringe Marktkapitalisierung der Degussa AG nach weitgehender Annahme des Übernahmeangebots durch die RAG AG
23.12.2002 Epcos Deutsche Börse  
22.09.2003 MLP Vz. Continental  
31.01.2005   Lanxess Lanxess wird von Bayer abgespalten. Um Verzerrungen in der DAX-Berechnung zu vermeiden, umfasste der DAX am 31. Januar 2005 bisher einmalig 31 Werte. Mit dem Schlusskurs von Lanxess wurde die Gewichtung von Bayer zum 1. Februar 2005 neu berechnet und Lanxess wurde wieder aus dem DAX genommen.
01.02.2005 Lanxess  
19.12.2005 HypoVereinsbank Hypo Real Estate Übernahme der HypoVereinsbank durch die UniCredit
18.09.2006 Schering Postbank Übernahme von Schering durch Bayer
18.06.2007 Altana Merck Nach dem Verkauf der Pharmasparte an Nycomed zu geringe Marktkapitalisierung von Altana