Börse München

Geändert am 6.1.2010

Die Börse München ist eine Wertpapierbörse, an der Aktien, Fonds, Renten und andere Papiere gehandelt werden. Sie ist Heimatbörse der in München ansässigen Unternehmen BMW, Allianz, Münchner Rück und Siemens. Sie ist eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Bayerische Börse AG stellt hierfür die personalen, sachlichen und finanziellen Mittel bereit. Die Bayerische Börse AG ist zu 100% im Besitz des Münchner Handelsvereins.

Von ihrem Selbstverständnis her versteht sich die Börse München als Börse für Privatanleger und als Emissionsplattform für den Mittelstand. Für beide Zielgruppen werden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. So veranstaltet die Börse München einmal jährlich den Bayerischen Mittelstandstag. Für Privatanleger gibt es den Münchner Börsentag sowie Seminare und Führungen. Jeder Interessent kann auch einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren. Die Münchner Börse stellt darüber hinaus zahlreiche Publikationen zur Verfügung, die aus dem Internet heruntergeladen oder bestellt werden können. Im Haus der Münchner Börse werden auch Vernissagen oder Konzerte durchgeführt.

Im Jahre 2005 konnte die Börse München auf ihr 175jähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde im Jahre 1830 gegründet und hatte ihren ersten Sitz in der Weinstraße 14. Das erste Kursblatt erschien am 16. Dezember 1830. Im Jahre 1833 übernimmt ein Handelsgremium die Geschäfte der Börse. Im Jahre 1869 wurde der Münchner Handelsverein e.V. gegründet, dieser wird nun der Träger der Börse. Im Jahre 1881 bekam die Börse München ihren ersten repräsentativen Sitz und im Jahre 1896 wird sie zu einem Dienstleister mit öffentlichem Auftrag. Dies heißt konkret, dass sie sich weiterhin selbst verwaltet, dies geschieht jedoch nun mit öffentlichem Auftrag. In Bayern gab es noch eine weitere Börse. Diese hatte ihren Sitz in Augsburg. Die Nazis erzwangen dann im Jahre 1935 die Fusion der Münchner Börse mit der Augsburger Börse. Ab diesem Zeitpunkt war München der einzige Börsenplatz in Bayern. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges musste die Börse in München ihren Betrieb einstellen und nahm ihn dann am 10. August 1945 wieder auf.

Seit 1963 hatte die Börse München ihren Sitz in einem repräsentativen Haus am Lembachplatz 2. Auf Grunde von Renovierungsarbeiten zog die Börse München zwischen November 2007 und Juni 2009 vorübergehend in die Räume der Alten Hopfenpost in der Hopfenstraße. Seit Mitte 2009 hat die Börse München ihren Sitze am Karolinenplatz.

Heute werden an der Börse München Wertpapiere aus ca. 60 Ländern gehandelt, darunter ca. 4.500 Aktien, über 2.500 Renten und ca. 2.900 Fonds. Das Angebot an gehandelten Fonds ist sehr groß und breit gestreut. Es werden ca. 1.600 Aktienfonds, 500 Rentenfonds, 150 Geldmarktfonds sowie Mischfonds und sonstige Fonds gehandelt.

Die Handelszeit ist täglich von 9 - 20 Uhr. In dieser Zeit erfolgt die sofortige und vollständige Ausführung jeder Order.

Die Börse München übernimmt die Liquiditätsgarantie für alle gehandelten Wertpapiere aus über 60 Ländern. Dies ist möglich durch die Vollausführungsgarantie und das Referenzmarktprinzip. Das Referenzmarktprinzip gewährleistet, dass die Kurse eines Wertpapieres in München immer mindestens genauso gut sind, wie am liquidesten Markt, wo das Papier sonst noch gehandelt wird. Dies ist bei ausländischen Aktien in der Regel im jeweiligen Heimatland und bei deutschen DAX-Werten in Frankfurt.

Seit 2003 erfolgt der Handel auf dem Börsenparkett in virtueller Form. Es wurde ein modernes Handelssystem mit dem Namen MAX-ONE eingeführt. Die Orderübermittlung (Kauf oder Verkauf u.ä.) erfolgt nun nicht mehr per Zuruf, sondern ausschließlich über den Computer.

Es gibt drei verschiedene Arten der Preisfeststellung. Beim Continuous Trading erfolgt die Feststellung in Sekundenbruchteilen (bei hochliquiden Werten möglich). Bei weniger liquiden Werten kommt die Continuous Auction zum Einsatz und Single Auction erfolgt bei nicht liquiden Aktien und nicht variablen Rentenpapieren. Hierfür findet die Auktion einmal täglich statt.

Der Handel mit Auslandsaktien hat in München eine lange Tradition. Hier sind alle wichtigen Aktien der Welt aus allen namhaften Indizes, wie z.B. Dow Jones oder Nikkei, vertreten. Unter den ausländischen Aktien gibt es zur Zeit (2007) ca. 1.250 US-Werte, 650 europäische Werte sowie 650 asiatische Werte. Fast täglich werden neue attraktive Werte in den Handel aufgenommen.

Der Aktienhandel direkt an der Börse hat gegenüber dem Handel über die Bank viele Vorteile. Durch den Handel ausländischer Aktien zu inländischen Konditionen fallen nur niedrige Gebühren an. Die Ausführung der Order erfolgt sofort, innerhalb von weniger als 60 Sekunden. An der Münchner Börse gelten zudem hohe Qualitätsstandards, die in einem Regelwerk festgehalten sind und streng auf ihre Einhaltung kontrolliert werden.

Auch Fonds können direkt an der Börse günstiger gekauft werden, als bei einer Bank. Es entfällt der Ausgabeaufschlag, welcher immer bei Banken fällig wird. Wer an der Börse direkt einen Fonds kauft, muss nur die Kaufsumme, die Courtage sowie die Gebühr für die Börsenorder zahlen. An der Börse kann man sich zudem jederzeit über den aktuellen Wert des Fonds informieren.

Auch der Handel mit Rentenwerten direkt über die Münchner Börse ist sehr lukrativ. Im Angebot sind ca. 2.300 Renten, darunter 1.100 variable Werte. Die Ausführung dieser variablen Werte wird in München vollständig und sofort garantiert (andere Börsen garantieren dies nicht). Die Ausführung des Rentenhandels sowie dessen Bestätigung erfolgen umgehend. Ab diesem Jahr ist in Deutschland auch der Handel mit REITs (Real Investment Trusts) möglich. In den USA haben diese Papiere schon eine längere Tradition. REITs sind börsennotierte Immobilien-Aktiengesellschaften, deren Hauptgeschäft darin besteht, Immobilien zu erwerben, dann zu vermieten und zu verpachten sowie zu veräußern und zu vermarkten. Der Handel mit REITs ist auch in München möglich. Die Münchener Börse ist sehr daran interessiert, möglichst viele Menschen an den Börsenhandel heranzuführen. Deshalb bietet sie Interessenten umfangreiche Schulungsmöglichkeiten an.

Regelmäßig werden Seminare für Anfänger, die sich über insgesamt 4 Abende erstrecken, angeboten. Die Abende können als Ganzes, aber auch einzeln besucht werden. Aktuell kostet die Teilnahme an einem Abend 55 €, an zwei Abenden 100 €, an drei Abenden 145 € und an allen vier Abenden 190 €. In dieser Seminargebühr sind umfangreiche Seminarunterlagen, die Kosten für Imbiss und Getränke sowie ein Probeabo von 5 Ausgaben der Zeitschrift "Börse Online" enthalten.
Der 1. Seminarabend bietet eine Einführung in die wichtigsten Börsenbegriffe und die Produkte. Der 2. Abend gibt Praxistipps, der 3. Abend führt in die Fundamentalanalyse und der 4. Abend in die technische Analyse ein.

Bitte beachten Sie, dass sich aufgeführte Informationen jederzeit ändern können und der Autor keinen Anspruch auf Aktualität erheben kann und möchte. Für aktuelle Informationen besuchen Sie bitte direkt die Börse München im Internet unter folgender URL: www.boerse-muenchen.de